Der Brief liegt im Briefkasten und plötzlich sind die Fragen da: Ist mein Kind bereit für die Schule? Muss es etwas können? Was wird geprüft? Viele Eltern blicken der Schuleingangsuntersuchung mit gemischten Gefühlen entgegen. Dabei geht es um etwas ganz anderes: einen guten Schulstart für jedes Kind. Die Untersuchung ist für alle Kinder verpflichtend und sie findet inzwischen früher statt als noch vor einigen Jahren: bereits im vorletzten Kindergartenjahr. Der Grund ist einfach und sinnvoll zugleich. Früher lag der Termin oft kurz vor der Einschulung. Wenn dabei sichtbar wurde, dass ein Kind in einzelnen Bereichen noch Unterstützung braucht, blieb kaum Zeit, zu reagieren. Heute ist das anders. Kinder können ganz ohne Druck und lange vor dem ersten Schultag unterstützt werden. Das sorgt für mehr Chancengleichheit und entlastet Kinder wie Eltern. Wichtig zu wissen: Die frühere Untersuchung bedeutet keine frühere Einschulung! Einfach digital organisiert – so läuft die Anmeldung Als Eltern müssen Sie sich um nichts extra kümmern. Das Gesundheitsamt verschickt die Einladung für die Schuleingangsuntersuchung immer kurz vor dem 5. Geburtstag der Kinder. Mit dem QR-Code auf dem Schreiben können Sie dann einfach und schnell online einen Termin buchen und den Anamnesebogen ausfüllen. Wenn Ihr Kind eine deutliche Entwicklungsverzögerung hat, melden Sie sich bitte telefonisch, wenn Sie das Einladungsschreiben erhalten haben: Mo–Fr 8.00–12.00 Uhr 08131 74-1430 Spielerisch und kindgerecht – der Untersuchungstermin Der Termin selbst findet im Gesundheitsamt in Dachau immer vormittags statt, da die Kinder dann ausgeruht sind und sich besser konzentrieren können. Und auch sonst ist die Untersuchung kindgerecht gestaltet. In ruhiger Atmosphäre und mit spielerischen Elementen überprüft eine Fachkraft der Sozialmedizin grundlegende Fähigkeiten. Dazu gehören das Seh- und Hörvermögen sowie Sprach- und Bewegungsentwicklung. Neu ist, dass auch Grobmotorik und sogenannte Vorläuferfähigkeiten für das Rechnen, etwa das Zählen oder Erkennen von Mengen, einbezogen werden. Manche Eltern haben das Gefühl, ihr Kind müsse eine Prüfung bestehen. „Das ist nicht der Fall. Die Schuleingangsuntersuchung ist kein Test, sondern eine Momentaufnahme. Es gibt keine Noten und keine Entscheidung über die Einschulung, diese trifft später die Schule“, beruhigt Kinderärztin Simone Köhler. Wenn Sie sich Gedanken über den Zeitpunkt der Einschulung oder die Wahl der Schule (z. B. Regelschule oder Förderschule) machen, können die Ärztinnen Sie gerne bei einem extra Termin beraten. Und danach? Ergebnisse und nächste Schritte Für die allermeisten Familien bleibt es beim einmaligen Besuch im Gesundheitsamt. Nach der Untersuchung bespricht die Fachkraft für Sozialmedizin mit Ihnen die ScreeningErgebnisse und stellt eine Bescheinigung aus. Diese sollten Sie gut aufbewahren, denn Sie müssen sie in der Schule bei der Schuleinschreibung vorlegen. Manchmal werden in einem Bereich kleine Unsicherheiten festgestellt, weil beispielweise ein Kind bestimmte Fähigkeiten noch nicht so oft geübt hat. Dann erhalten Eltern praktische Tipps, wie sie ihr Kind im Alltag spielerisch unterstützen können. Zählen lässt sich z. B. fast überall üben: die Treppenstufen beim Treppelaufen, die Teller beim Tischdecken, die Bäume beim Spazierengehen mit dem Hund. Wenn ein Kind in einzelnen Bereichen mehr Unterstützung braucht, werden weitere Untersuchungen empfohlen und passende Anlaufstellen aufgezeigt. Manche Kinder kommen auch bereits mit Diagnosen oder Fördermaßnahmen. Hier geht es oft darum, Eltern zu bestärken und den eingeschlagenen Weg zu begleiten. In einigen Fällen ist zusätzlich eine schulärztliche Untersuchung notwendig: zbei auffälligem Ergebnis im Screening zbei Fehlen der altersentsprechenden Vorsorgeuntersuchung (je nach Alter U8 oder U9) zauf Wunsch der Eltern Je nach Befund der ersten schulärztlichen Untersuchung kann eine zweite schulärztliche Untersuchung empfohlen werden. Mit einem guten Gefühl Richtung Schulstart Am wichtigsten ist immer der Blick auf das einzelne Kind. „Jedes Kind bringt eigene Stärken mit und entwickelt sich in seinem eigenen Tempo. Die Untersuchung hilft uns, genau hinzuschauen und Eltern frühzeitig zu unterstützen – damit jedes Kind gut in die Schule starten kann“, fasst Kinderärztin Simone Köhler die Schuleingangsuntersuchung zusammen. Vom Papierhefter zum Roboter – Schuleingangsuntersuchung heute 1.600 bis 1.800 Kinder pro Jahrgang werden zur Schuleingangsuntersuchung eingeladen. Die Bürokratie dahinter kostete früher viel Zeit und Papier. Seit 2023 ist der Arbeitsablauf digital – damit zählt das Gesundheitsamt des Landratsamts Dachau zu den führenden Einrichtungen in Bayern. Das Digitalisierungsteam des Landratsamts hat hier eine moderne, durchdachte Lösung aufgebaut, die verschiedene technische Systeme integriert: zAutomatisierte Datenübernahme der Kinder aus dem Einwohnermeldewesen in die Systeme des Gesundheitsamts zAutomatisierte Anlage der elektronischen Akte (eAkte) für jedes Kind + Für fast 2.000 Kinder dauert das ca. 15 Minuten (früher: Für jedes Kind wurde ein eigener Aktenhefter angelegt.) zAutomatisiert erstellte Einladungsschreiben mit QR-Code zu Terminbuchung und Online-Anamnesebogen + keine zugewiesenen Termine, sondern Auswahl aus freien Terminen aller Mitarbeitenden + weniger Bürokratie beim Termin vor Ort zAutomatisierte Zuordnung der Unterlagen mittels Software-Roboter (RPA) zur richtigen eAkte. Dort werden auch die eingegangenen Anamnesebögen abgelegt, die die Eltern für ihr Kind online ausgefüllt haben zAutomatisiertes Terminmanagement Bestätigungen und Erinnerungen (1 Woche und 24 Stunden vorher) werden automatisch versendet + deutlich weniger Termine, die nicht eingehalten werden zDigitale Dokumentation während der Untersuchung: Die Fachkraft trägt die Untersuchungsergebnisse direkt elektronisch ein, die Stammdaten des Kindes werden automatisch ergänzt. + weniger Bürokratie beim Termin vor Ort (früher: 13 Formulare mussten händisch mit z.T. gleichen Daten ausgefüllt und für die Eltern kopiert werden.) Das Ergebnis: weniger Verwaltungsaufwand, mehr Zeit fürs Kind und die Beratung. Gleichzeitig zeigt der Landkreis, wie Digitalisierung konkret im Alltag von Bürgerinnen und Bürgern ankommt – verständlich, sicher und effizient. Schuleingangsuntersuchung Ganz entspannt zum Schulstart Mu ss- oder Kann-Kind? 6. Geburtstag im � Oktober (Vorjahr) bis Juni: Muss-Kind (Schulpflicht) Rückstellung kann begründet bei der Schule beantragt werden. � Juli/August/September: Kann-Kind (Einschulungskorridor) Auf Wunsch der Eltern Einschulung auch ein Jahr später 7 6 Kreis.BLICK! — Juni 2026 Familie
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