Haushalt 2026 Der Weg bleibt schwierig Der Kreishaushalt 2026 zeigt einmal mehr, wie angespannt die finanzielle Lage der Kommunen ist und auch im Landkreis Dachau bleibt. Steigende Ausgaben und neue Aufgaben, notwendige Investitionen und eine möglichst stabile Belastung der Gemeinden müssen unter einen Hut gebracht werden. Dass dies gelingt, ist kein Zufall: Die Maßnahmen der vergangenen Jahre zeigen Wirkung. Der Druck auf den Haushalt bleibt dennoch hoch. In seiner letzten Sitzung hat der „alte“ Kreistag dem Haushalt 2026 in Höhe von 266,2 Mio. € mit sehr großer Mehrheit zugestimmt. Das Signal ist eindeutig: Konsolidierung ja, aber ohne den Landkreis kaputtzusparen. Sparen mit System Nach 2 intensiven Sparjahren verzichtet der Landkreis diesmal bewusst auf pauschale Kürzungen beim Verwaltungs- und Betriebsaufwand. Stattdessen wurden die bereits angestoßenen Sparmaßnahmen konsequent weitergeführt und ihre Wirkung wurde sichtbar gemacht. Dazu gehört vor allem: zSeit 2023 werden keine neuen Stellen geschaffen. zIn besonders kostenintensiven Bereichen wie der Jugendhilfe wurde gegengesteuert, etwa durch klassen- anstelle von kindgebundener Integrationskräfte (DIPiK). Auch im öffentlichen Nahverkehr hat sich das Prinzip „sparsam, aber sinnvoll“ bewährt. Dort konnten in diesem Jahr 2,9 Mio. € eingespart werden. Dies gelingt neben dem Einsatz nicht verbrauchter Mittel aus dem Vorjahr insbesondere auf 2 Wegen: 1. Angebote wurden angepasst, die die Bürgerinnen und Bürger nur wenig nutzten. So wurde z. B. die Linie 736 in die Linie X800 integriert und die Ruftaxis wurden eingestellt. 2. Der Schülerverkehr konnte weitgehend in die regulären ÖPNV-Angebote eingegliedert werden. Gleichzeitig gelang es dem ÖPNV-Team, zusätzliche Fördermittel zu erschließen, indem weitere Buslinien als landesweit bedeutsam eingestuft wurden. Unterm Strich bedeutet das: deutlich weniger Kosten bei weiterhin sehr gutem Angebot. Investieren trotz knapper Kasse Während des Baus der beiden neuen Gymnasien gab es kaum Spielraum für neue Projekte. Nun kann der Landkreis wieder gezielt investieren. Der Fokus liegt weiterhin auf Bildung und Infrastruktur: z5 Mio. € sind für den Ausbau der Kreisstraße DAH 8 mit Radweg Richtung Landkreis Aichach vorgesehen. z1,5 Mio. € fließen in den Neubau der Fachoberschule in Markt Indersdorf – weg von Containern, hin zu einem festen Schulgebäude. zMit 0,8 Mio. € unterstützt der Landkreis den Bau einer Ballsporthalle in Odelzhausen – auch, um selbst keinen eigenen Neubau an der Realschule stemmen zu müssen. zWeitere 0,5 Mio. € sind für die Sanierung der Greta- Fischer-Schule eingeplant. Diese Projekte zeigen: Auch in schwierigen Zeiten wird weiter in die Zukunft des Landkreises investiert. Keine neuen Kredite Und eine weitere gute Nachricht gibt es: 2026 kommt der Landkreis ohne neue Kredite aus. Möglich wird das v. a. durch staatliche Zuschüsse, die zeitversetzt für bereits gebaute Schulen eingehen. Ganz ohne Belastung geht es aber nicht. Um investieren zu können, müssen Rücklagen eingesetzt werden. Der Schuldenstand bleibt mit rund 64 Mio. € weiterhin hoch. Vor allem Zinsen und Tilgung belasten den Vermögenshaushalt deutlich. Das Thema wird den Landkreis also auch in den kommenden Jahren begleiten. Mehr Geld vom Freistaat Eine wichtige Rolle für den Haushalt 2026 spielte der kommunale Finanzausgleich. Der Landkreis profitiert bei seinen Investitionen von höheren Zuweisungen des Freistaats Bayern. Neben den bereits dargestellten Projekten werden so auch am Gymnasium Markt Indersdorf verschiedene Optimierungen für den zusätzlichen musischen Ausbildungszweig möglich. Insgesamt fließen rund 6 Mio. € extra in Investitionen und 0,5 Mio. € zusätzlich in die Krankenhausumlage, in die alle Landkreise einzahlen müssen. Diese zusätzlichen Mittel des Freistaats helfen auch dabei, steigende Belastungen auszugleichen. Dazu zählen v. a.: zhöhere Bezirksumlage (+5,5 Mio. €) zTariferhöhungen (+1,6 Mio. €) zBetrieb der beiden neuen Gymnasien (+1,4 Mio. €) Dank des Sondervermögens Infrastruktur konnten außerdem wichtige Unterhaltsbudgets, etwa für Kreisstraßen und Schulen, wieder auf das Niveau vor 2024 angehoben werden. Insgesamt gelingt durch das Extrageld vom Freistaat ein wichtiger Balanceakt: Der Kreisumlagehebesatz bleibt stabil bei 52,5 %. Die Gemeinden werden also nicht zusätzlich belastet – ein zentrales politisches Ziel. Breite Zustimmung im Kreistag Dafür sind die Kreisrätinnen und Kreisräte dem Kreiskämmerer und seinen direkten Mitarbeitern sowie dem ganzen Team Landratsamt sehr dankbar. In den Haushaltsreden wurde deutlich: Über die grundsätzliche Richtung herrscht weitgehend Einigkeit. Viele der heutigen Einsparungen gehen auf Entscheidungen und Maßnahmen zurück, die bereits 2024 u. a. von einer Task-Force angestoßen wurden. Der Haushalt wird als „klar“, „schnörkellos“ und angesichts der allgemeinen Finanzlage als „notwendig“ beschrieben. Gleichzeitig machen alle Fraktionen deutlich: Der finanzielle Spielraum ist auch in Zukunft minimal! Die Abstimmung fällt entsprechend deutlich aus: Nur 4 Gegenstimmen standen rund 50 Ja-Stimmen gegenüber. Das eigentliche Problem Trotz des stabilen Haushalts bleiben die strukturellen Probleme ungelöst. Viele Aufgaben werden von Bund und Land auf die Landkreise und den Bezirk übertragen, ohne ausreichend finanziert zu sein. Deshalb richtet sich der Blick der Kreisrätinnen und Kreisräte zunehmend nach oben. Ohne grundlegende Reformen wird es für Kommunen dauerhaft schwierig bleiben, ihre Aufgaben zu erfüllen und zugleich Zukunft zu gestalten. Dementsprechend fällt auch das Fazit des Kreiskämmerers Michael Mair aus: „Der Haushalt 2026 ist ein wichtiger Schritt zur Stabilisierung, zeigt aber auch: Die finanziellen Spielräume sind weiterhin eng. Damit die Gemeinden, Landkreise und Bezirke leistungsfähig bleiben, muss das Mindestziel ein stabiler Hebesatz der Kreisumlage für 2027 sein. Deshalb gilt weiterhin: priorisieren, sparen und gezielt investieren. Denn nur so bleibt der Landkreis Dachau auch in Zukunft handlungsfähig und für die Bürgerinnen und Bürger lebens- und liebenswert.“ 236,3 Mio. € 29,9 Mio. € Investitionen Laufende Ausgaben Bezirksumlage, soziale Sicherung, Personal- & Betriebskosten VERMÖGENSHAUSHALT VERWALTUNGSHAUSHALT KENNZAHLEN Kreisumlage stabil Keine neuen Kredite nötig Sparkurs & Maßnahmen von 2024 und 2025 wirken: keine pauschalen Kürzungen GUTE NACHRICHTEN Bezirksumlagehebesatz + 1,15 %-Punkte 5,5 Mio.€ Ganzjähriger Betrieb der beiden neuen Gymnasien 1,4 Mio. € Personalkostenansatz 2025 (Tariferhöhung) 1,6 Mio.€ MEHRAUSGABEN Investitionszuweisungen LAUFENDE AUSGABEN INVESTITIONEN Kreisumlage 57,6 % 78,3 % Entnahme Sonderrücklagen 11,0 % LandkreisSchlüsselzuweisung 11,6 % Verwaltung/ Betrieb 20,1 % FINANZIERUNG Genau wie der Haushalt hat die Kreisstraße DAH 8 ganz schön gelitten in den letzten Jahren. 2026 bekommt sie eine Runderneuerung zwischen Tandern und der Landkreisgrenze nach Aichach. Der Kreistag genehmigte 5 Mio. € für den Ausbau mit Radweg. 5 4 Kreis.BLICK! — Juni 2026 Finanzen
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