Wie schön ist es, bei kalten Temperaturen vor dem Kamin zu sitzen, den Flammen zuzuschauen und die wohlige Wärme zu genießen. Doch manchmal wird der eigene Genuss zum Verdruss für die Nachbarn. Schuld sind dann meist übelriechende Abgase. Wussten Sie, dass selbst bei neuen Öfen, die einwandfrei funktionieren, Feinstaubemissionen entstehen können, z. B. weil falsches Brennmaterial verwendet wird? Ein altes Möbelstück, eine Einwegpalette und sonstige Dinge gehören nicht in den Kamin oder Kachelofen. Sie enthalten oft Lacke, Farben oder Kleber. Beim Verbrennen erzeugen manche dieser Stoffe krebserregende Abgase, die zudem auch noch schädlich für die Feuerungsanlage sein können. „Eine Feuerstätte ist keine Müllverbrennungsanlage“, fasst Christine Fritz vom Bereich Immissionsschutz zusammen. Wenn Sie nichts anderes als verbrennen als naturbelassenes Holz in Scheiten oder Briketts, dann klappt es auch mit den Nachbarn! Weitere Tipps zum Thema finden Sie in der Broschüre „Heizen mit Holz in Kaminöfen“ des Bayerischen Landesamts für Umwelt: t1p.de/tljvd Es braucht manchmal nur einen Moment Mut – und plötzlich verändert sich mehr, als man sich vorstellen konnte. Herr Wagner, 74*, rang aus Scham lange mit sich. Früher hat er als Selbstständiger alles alleine geschafft. Heute raubt ihm eine Herzkrankheit die Kraft. Dazu kommen finanzielle Sorgen: Am Herd funktioniert nur noch eine Kochplatte, Winterkleidung kann er sich nicht leisten, oft isst er tagelang nur Brot. Ohne Familie und Freunde fragt er sich immer wieder, welchen Sinn sein Leben überhaupt noch hat. An einem Tag, an dem er erneut völlig verzweifelt war, nahm er all seine Kraft zusammen und rief bei der Erwachsenen- und Seniorenberatung im Landratsamt an. Heute freut er sich auf den Besuch seiner neuen Freundinnen und Freunde aus dem Seniorentreff, die er mit einem Abendessen verwöhnen will – gekocht auf dem gesponserten Herd. Schon nach dem ersten Telefonat spürte Herr Wagner, wie die Last leichter wurde. Die freundliche Beraterin nahm sich viel Zeit und hörte zu – und plötzlich fühlte er sich nicht mehr allein. Gemeinsam gegen die Geldnot Bei der ersten Beratung vor Ort erhielt Herr Wagner Gutscheine für die akute Notlage. Damit konnte er sich einen warmen Mantel besorgen und nach langer Zeit wieder einmal Plätzchen kaufen, die er so gerne mag. Dank der finanziellen Unterstützung einer Stiftung suchte er sich einen Herd im Gebrauchtwarenmarkt der Caritas aus. Im nächsten Schritt wurde mit Herrn Wagner gemeinsam ein Antrag auf Grundsicherung ausgefüllt. So muss er künftig nicht mehr an allen Ecken und Enden sparen. Mit seiner Berechtigungskarte kann er sich auch frisches Obst und Gemüse bei der Dachauer Tafel holen. Kennen Sie das? Der Kleiderschrank platzt und trotzdem findet sich „nichts zum Anziehen“. In Europa kaufen wir pro Person rund 26 Kilo Textilien im Jahr und werfen etwa 11 Kilo weg. Vieles landet in Altkleidercontainern. Doch nicht alles gehört auch dort hinein – und falsch entsorgte Kleidung belastet Umwelt und Hilfsorganisationen. Container oder Restmüll? In die Altkleidercontainer gehören nur gut erhaltene und saubere Kleidungsstücke, Bettwäsche, Handtücher sowie Woll- und Kunstfaserdecken. Für noch tragbare Schuhe stehen auf unseren Recyclinghöfen separate Container bereit. Kamine und Kachelöfen Erwachsenen- und Seniorenberatung Altkleiderentsorgung Heizen mit Holz Wenn Hilfe neue Wärme bringt – nicht nur an Weihnachten Wohin mit der ungeliebten Jeans? Naturbelassenes Holz zin Scheiten (auch mit Rinde) zevtl. als Briketts (am besten in der Qualität A1 – unbedingt Bedienungsanleitung beachten!) Alles andere, z.B. zgestrichenes, beschichtetes, verleimtes oder mit Holzschutzmitteln behandeltes Holz zEinwegpaletten zRindenbriketts zStroh zKaffeesatz zPapier Das gehört in Kamin oder Kachelofen Falsch Richtig Alles andere müsste aussortiert werden und würde so hohe Entsorgungskosten verursachen. Deshalb gehören solche Dinge in den Restmüll: zstark beschädigte oder verschmutzte Kleidung zeinzelne Schuhe oder Textilreste znasse oder schimmelnde Ware zKissen zFederbetten Entsorgen auf den Recyclinghöfen Bitte werfen Sie die noch verwendbaren Sachen in Plastiktüten verpackt ein und bündeln Sie Schuhe paarweise. Ist ein Container voll, nutzen Sie bitte einen anderen Standort oder warten Sie die nächste Leerung ab. Gut zu wissen: Auf unseren Recyclinghöfen stehen Container des Arbeitskreises für Umweltschutz und Entwicklungshilfe. Dieser sortiert die Kleiderspenden und gibt sie an SecondhandHändler weiter. Der Erlös fließt direkt in Kinderprojekte in Polen und Indien. So helfen Sie mit jedem gespendeten Kleidungsstück doppelt: sozial und ökologisch. Kontakt Abfallwirtschaft (08131) 74-1463/-1469/-1470 abfallwirtschaft@lra-dah.bayern.de Mittlerweile meldet er sich regelmäßig bei der Beratung, wenn er Hilfe benötigt oder jemanden zum Zuhören braucht. Gemeinsam macht das Leben mehr Spaß Mit der Zeit wurde Herr Wagner offener und bekam auch Tipps zu Gruppenaktivitäten in seiner Nähe. Mittlerweile besucht er einmal wöchentlich einen Seniorentreff. Das Zusammensein genießt er sehr. Er lacht und hat nach langer Zeit wieder das Gefühl: „Ich gehöre dazu.“ Armut und Einsamkeit trifft viele unverschuldet Viele Menschen wie Herr Wagner haben ihr Leben lang gearbeitet und doch reicht die Rente kaum für das Alltägliche. Der Traum vom Stückchen Kuchen im Café oder von einem Ausflug bleibt für viele Menschen unerfüllt, wissen die Beraterinnen Silvia Fitterer und Ulrike Götz. Die Angst, dass jemand bemerken könnte, wie wenig der oder die Betroffene zum Lebent, macht dann auch noch einsam. Doch Armut im Alter ist kein Zeichen von Versagen, sondern oft das Ergebnis von Umständen, auf die niemand Einfluss hat. In Bayern sind 22 Prozent der Rentner davon betroffen, auch im Landkreis Dachau gibt es viele. Darum ermutigen die Beraterinnen: „Wenn auch Sie sich einsam fühlen oder sich Sorgen ums Geld machen, müssen Sie diesen Weg nicht alleine gehen. Wir hören zu und helfen Seniorinnen und Senioren und allen Erwachsenen. Manchmal reicht ein Anruf. Und vielleicht leuchtet dann wieder ein Licht – nicht nur draußen, sondern auch in Ihrem Fenster.“ * Name und Hintergrund entspricht keinem konkreten Sachverhalt aus der Beratung. Beratungen werden absolut vertraulich geführt und Inhalte daraus weder an Dritte noch öffentlich weitergegeben. Das Beispiel gibt aber eine typische und durchaus realistische Lebenssituation wieder. Kontakt Erwachsenen- und Seniorenberatung (08131)74-464, -347 ErwachsenenundSeniorenberatung@lra-dah.bayern.de 23 Kreis.BLICK! — Dezember 2025 22 Einblicke Senioren
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