Frühe Elternschaft 36 37 Die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen zehn Kursstunden. Vor- aussetzung ist, dass Sie den Kurs spätestens neun Monate nach der Entbindung abschließen. Die ausführende Hebamme, Physiotherapeutin, etc. muss von der Krankenkasse anerkannt sein. Es werden Kurse mit und ohne Beisein der Babys angeboten. Kursangebote finden Sie beispielsweise unter www.hebammenpraxis-dachau.de www.bauchgefuehl-dachau.de www.rundum-verein.de www.fz-ush.de Oder fragen Sie ihre Hebamme oder Gynäkologin/Gynäkologen. Zudem gibt es zahlreiche weitere Angebote, machen Sie sich im Internet schlau und finden Sie den für Sie passenden Kurs. Hinweis Sollten Sie (anhaltende) Beschwerden haben wie beispielsweise Becken- oder Schambeinschmerzen, Inkontinenz, Lymphödem oder Bauchmuskel-Spaltung (Rektusdiastase) kann eine Physiotherapie helfen. Es gibt Physiotherapeutinnen und –therapeuten, die für diese Bereiche speziell ausgebildet sind. Erkundigen Sie sich in den Orthopädiepraxen. Baby Blues / Wochenbettdepression „Ein Kind kann das ganze Herz ausfüllen, ohne nur ein einziges Wort zu sagen.“ Diesen Spruch lesen frischgebackene Eltern häufig in Glückwunschkarten zur Geburt ihres Babys. Doch nicht alle Mütter verspüren sofort das pure Mutterglück und alles ist rosig und schön. Häufig fühlen sich Mütter nach der Geburt traurig, die Gefühle spielen Achterbahn und die Tränen fließen grundlos. Der sogenannte „Baby Blues“ bezeichnet ein kurzlebiges Stimmungstief nach der Geburt. 50 bis 80 Prozent der Mütter sind davon betroffen. Er entsteht meist zwischen dem dritten und fünften Tag und kann ein paar Tage andauern. Die Hormone müssen sich nach der Geburt erst umstellen. Diese Stimmungsschwankungen sind eine ganz normale Reaktion und gehen von alleine vorüber. Physiotherapie hilft bei anhaltenden Beschwerden. Sollte das Stimmungstief mehrere Wochen anhalten, spricht man von einer Wochenbettdepression oder auch postpartale Depression. Ungefähr 10 bis 20 Prozent der Mütter können diese Erkrankung entwickeln. Im Gegensatz zum Baby Blues, der von selbst wieder vergeht, ist es wichtig, sich bei einem längeren Stimmungstief Hilfe zu holen. Eine postpartale Depression kann sich sonst negativ auf die Mutter-Kind-Beziehung auswirken. Sie ist in der Regel gut behandelbar. Von peripartaler Depression spricht man, wenn die Erkrankung in der Schwangerschaft und in den ersten beiden Jahren nach der Geburt auftritt. Anzeichen können sein: Große Traurigkeit, Schuldgefühle gegenüber dem Baby, Konzentrations- und Schlafstörungen, innere Leere, allgemeines Desinteresse, Versagensängste, extreme Reizbarkeit, Zwangsgedanken bis hin zu Suizidgedanken. Da häufig belastende Lebensereignisse Hintergrund einer postpartalen Depression sind, ist es unter Umständen wichtig, eine psychotherapeutische Behandlung in Anspruch zu nehmen. Hier bekommen Sie Hilfe: Sozialpsychiatrischer Dienst der Caritas Landsberger Str. 11, 85221 Dachau 08131 298 - 1400 spdi-dachau@caritasmuenchen.org Schatten und Licht e.V. Selbsthilfeorganisation zu peripatalen psychischen Erkrankungen 08293 965864 info@schatten-und-licht.de www.schatten-und-licht.de kbo Isar-Amper-Klinikum Ambulanz und Tagesklinik für Psychiatrie und Psychotherapie Hochstr. 27, 85221 Dachau 08131 3335 - 0 st-tk.iak-dac@kbo.de Auch Väter können eine post- partale Depression entwickeln.
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